Schluckbrenn`n

 

De Krieg weer Gott sei Dank to Enn und de Lüü fung´n woller an to lachen. Bloots lachen und fiern mit losen Buuk und drögen Hals wer nich jedermanns Saak. In disse schlechten Tieten wurd so manche "Erfindung" maakt, wie man an wat to eeten ran keem.
Wuß, Speck und Röbenschluck weer hier op´n Land de beste Währung. Dat weer gornich so eenfach, köpen kunnst dat nich, ok wenn du noch sovääl Lebensmittelmarken harst. Also muß man sick sülben helpen. Wiel dat Schluckbrenn´n und swart Schlachten domols awer streng verbaden weer, muß man immer oppassen dat de Schandarm dor nich över to keem.
Eene Kaar vull Zuckeröben in Schwienpott kaken, Gest dorto und denn up´n Groopengang achter de Keuh so lang stahn laten, bit dat gäärn vorbi wer. Denn keem de Kraam in´n Mölkblick - oder wat man sonst so at Druckpott har - und up Füür dormit. Wenn de Zuckerröbensaft eben fört koken is, verdampt de Alkohol. De Damp worr över Rohrschlang´n dör koolt Water leitd, un denn kem de "Rübezahl" unn´n herut. De erste har immer düchtig vääl Prozente, und dat hett so manch een ut de Holtschen haut wenn he toveel afschmeckt har. De Schluck schmeckte nich, stunk fürchterlich no Röben aber ging gau in´n Kopp und inne Fööt.
Wie willt nich hoffen, dat de schlechten Tieten noch mol woller kamt, aber Schluckbrenn´n, Bessen binden und Brot backen is´n Kulturgut, dat möt de Ooln an de nächste Generation wietergeben.

Klaus Hillen, Wahnbek
Tel:04402-4577