Rückblende

25 Jahre Ortsverein - das war 1991

- Eine Rückschau

Der Ortsverein Wahnbek-lpwege wurde am Freitag, 14. Oktober 1966, in der Schule in Wahnbek gegründet. Ziel und Zweck des Vereins waren damals, wie auch heute noch „Die Wahrung der gemeinsamen Interessen aller Einwohner der Orte Wahnbek und lpwege“.

Doch schon vorher hatten einige Mitbürger erkannt, daß sich die Probleme der Ortschaften nicht von einzelnen lösen lassen. Sie fanden sich zur „Freien Dorfgemeinschaft Wahnbek-lpwege“ zusammen. Wie aus alten Protokollen hervorgeht, traf sich dieser Kreis schon in regelmäßigen Abständen um Probleme wie z.B. Ortsbeleuchtung, Straßen und Wege, Kanalisation u.a. zu besprechen.

Erste Überlegungen zur Gründung eines Ortsvereins fanden am Montag, 6.6.1966, 20.00 Uhr in der Schule Wahnbek statt. Ihr folgte eine Einladung an alle Einwohner zur Aussprache am Donnerstag, 30.6.1966, 20.00 Uhr in der Schule Wahnbek. Hier berichteten auch Vertreter des Ortsvereins Hahn über ihre einfolgreiche Arbeit. Schon in dieser Bürgerversammlung wurde beschlossen, einen Ortsverein zu gründen. Es wurde ein Ausschuß gewählt, der sich mit der Gründung befassen sollte. Diesem Ausschuß gehörten folgende Herren an:

Bezirksvorsteher Heinrich Harms, Heino Behrens, Ulrich Hoff und Heinrich Wiemken aus lpwege, sowie aus Wahnbek Bezirksvorsteher Fritz Hillen, Hans Hoffhenke, Cornelius Schmidt und Ewald Spinneker. Von diesem Ausschuß wurde schon der Entwurf der Satzung ausgearbeitet. Nach dem Abschluß der Vorarbeiten wurde die Bevölkerung mit einem Rundschreiben zur Gründungsversammlung am Freitag, 14. Oktober 1966, 19.30 Uhr in die Schule Wahnbek eingeladen. Auf dieser gut besuchten Versammlung wurde zunächst die Satzung Punkt für Punkt verlesen, erläutert und in einigen Punkten geändert. Sodann wurden die Anwesenden aufgefordert, ihren Beitritt zum Verein zu erklären. 46 Versammlungsteilnehmer unterzeichneten die schriftliche Beitrittserklärung und erwarben die Mitgliedschaft. Gleichzeitig wurde damit die Satzung angenommen. Anschließend erfolgte die Wahl des Vorstandes und des Beirates einstimmig. Der Jahresbeitrag wurde auf DM 10,-- jährlich festgelegt. Aus dem Mitgliederkreis wurden Anregungen für die Vereinsarbeit gegeben.

Bereits am 17.11.1966 fand die nächste Sitzung des Vorstandes und Beirates statt. Hier wurde beschlossen, jeweils am Freitag nach dem 15. eines Monats Sitzungen einzuberufen.

Anfang des Jahres 1967 war die Mitgliederzahl bereits auf 63 bestiegen.

Probleme der Orte, z.B. Oberflächenentwässerung, Straßenbeleuchtung, Erdgasversorgung, Versorgung durch die Post, waren zunächst Schwerpunkt-Themen der Arbeit des jungen Ortsvereins. Um die schlechte Wasserversorgung zu dokumentieren, wurden von unserem Mitglied Fritz Lienig in der Zeit vom 16.1. bis 6.4.1968 täglich morgens und abends der Wasserdruck gemessen und notiert. Diese Unterlage war danach wichtige Verhandlungsunterlage mit dem Versorgungsunternehmen.

Erste Anfragen zur Einrichtung eines Kindergartens erfolgten bereits 1967 auf Initiative des Ortsvereins. Diese Arbeiten wurden später an den Verein „Diakonisches Werk Wahnbek“, der 1968 gegründet wurde, übergeben.

Ebenfalls regte der Ortsverein die Anlage eines Friedhofes in Wahnbek an, die später durch die Kirchengemeinde Ohmstede in Verbindung mit der Kirchengemeinde Rastede erfolgte.

Gegen die Gründung eines Großkreises Oldenburg, die vorsah, daß Teile von Wahnbek und lpwege Oldenburg zugeschlagen werden sollten, legte der Ortsverein 1969 scharfen Protest ein.

Zum sogenannten „Post-Nummernsalat“ bei dem vorgesehen war, bestimmte Vorwahlnummern zu ändern, wies der Ortsverein die Post darauf hin, daß dieses nur erfolgen könnte, wenn die Betroffenen zuvor gehört würden.

Doch nicht nur Probleme sondern auch Veranstaltungen organisierte der Ortsverein schon kurz nach seiner Gründung. Lichtbildervorträge mit Themen aus nah und fern fanden in loser Folge in der Schule Wahnbek statt.

In der Adventszeit wurden Märchenspiele von verschiedenen Laienspielgruppen im „lpweger Krug“ bzw. im „Hesterkrug“ aufgeführt.

Alle sangesfreudigen Einwohner wurden im Frühjahr bzw. im Herbst 1969 zum „Fröhlichen Singen“ in die Schule eingeladen.

Ende 1969 betrug die Mitgliederzahl 72.

1970 erfolgte der Beitritt zum Verkehrsverein Rastede.

In diesem Jahr fanden auch die ersten Ortsbegehungen statt, auf der vor allem schlechte Straßenverhältnisse, Eingriffe in Natur und Landschaft und andere Probleme aufgedeckt wurden, die bei den entsprechenden Stellen reklamiert wurden.

Hingewiesen wurde ebenfalls auf die schlechte ärztliche Versorgung und das Fehlen eines Polizeipostens in diesem Bereich.

Die Anregung des Ortsvereins zur Verselbständigung des Pfarrbezirks Wahnbeks trugen erste Früchte.

Zur Gefahrensituation Schulwegsicherung im Kreuzungsbereich Butjadinger Straße/Schulstraße wurde ein Protestschreiben, das viele Wahnbeker Bürger unterzeichneten an die Gemeinde gesandt.

Das Problem dieses Kreuzungsbereiches beschäftigte den Ortsverein die nächsten Jahre immer wieder und ist auch heute nach Installation einer Ampel noch nicht vorbei.

Ein anderes Langzeitthema für den Orts verein waren die Planung und der Bau der Autobahn, die Wahnbek in bestimmte Grenzen legte. Der Vorstand war im Laufe der Jahre sehr aktiv, machte viele Einwendungen, besonders im Hinblick auf die zu erwartende Lärmbelästigung.

1973 trat die „Gemeinschaft Ehrenhain der Dörfer Wahnbek, lpwege, lpwegermoor“ an den Vorstand des Ortsvereins heran, um über die Übernahme der Gedenkanlage zu beraten.

Die Gemeinschaft Ehrenhain bildete sich nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde 1954 in das Vereinsregister eingetragen. Unter ihrer Anregung entstand in dem Waldstück neben der Schule in Wahnbek der Ehrenhain in seiner heutigen Form. Diese Gemeinschaft hatte z.B. 1959 ca. 60 Mitglieder. Jedoch waren die Mitgliederzahlen um 1970 stark rückläufig, so daß die Generalversammlung am 18.10.1973 die Auflösung beschloß. Ab dieser Zeit übernahm der Ortsverein die Pflege des Ehrenhains und veranstaltete jährlich am Volkstrauertag die Gedenkfeier im Ehrenhain.

Ende 1973 hatte der Ortsverein 103 Mitglieder.

Neben vielen Anfragen an die Gemeinde (Straßenbeschaffenheit, Abfuhr von Gartenabfällen, Ausbau von Kinderspielplätzen u.a.) war es auch weiterhin Aufgabe des Ortsvereins Veranstaltungen zu organisieren. In den Wintermonaten wurden mehrere Diavorträge angeboten. Neu war 1974 der Auftritt der „Tweelbeker Speelkoppel“ mit dem Plattdeutschen Theaterstück „Dat Spökhus“. Diese Theatergruppe gastierte in den folgenden Jahren regelmäßig auf Einladung des Ortsvereins in Wahnbek.

In diesem Jahr wurde auch zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte eine außerordentliche Mitgliederversammlung zum 16. August einberufen. Themen waren hier die evtl. Klage gegen den Bau der Autobahn und die Eintragung ins Vereinsregister.

Die Klage gegen den Autobahnbau wurde nicht erhoben, die Eintragung ins Vereinsregister wurde jedoch schon zu diesem Zeitpunkt beschlossen.

Im Dezember 1974, bei der traditionellen Sitzung aller Vereinsvorsitzenden wurde nicht nur das Programm für das kommende Jahr abgestimmt, sondern auch angeregt ein Sommerfest zu veranstalten. Um die wirkliche Bereitschaft zur Mitarbeit festzustellen, wurde Anfang 1975 an alle Vereine ein Rundschreiben geschickt. Hierdurch bescheinigten viele Vereine die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit, so daß nach vielen vorbereitenden Sitzungen am 30. und 31. Aug. 1975 das erste Dorffest aller Vereine gefeiert werden konnte. In den zukünftigen Jahren wurde das Dorffest Ende Aug. Anfang Sept. zur festen Veranstaltung aller Vereine und erfreute sich bei der Bevölkerung steigender Beliebtheit. Neben bekannten Tanz- und Showkapellen spielten in einigen Jahren auch große „Bayernkapellen“ zum Tanz auf. Das Dorffest wurde in diesen Jahren zum beliebten Treffpunkt der Alteingesessenen und vor allem der neu hinzugezogenen Wahnbeker. 1981 wurde auch die Schule mit einer großen Freizeit-Künstlerausstellung ins Dorffestgeschehen mit einbezogen. In vielen Jahren fand am Sonntagvormittag der große Festumzug durch den Ort statt, der sowohl den Teilnehmern auf den Umzugswagen, wie auch den Zuschauern an der Strecke viel Spaß bereitete. Bei all diesen positiven Beurteilungen der vergangenen Dorffeste soll jedoch auch nicht unerwähnt bleiben, daß die Veranstalter gerade in den letzten Jahren nicht immer mit der Resonanz der Bevölkerung zum Dorffest zufrieden waren.

1976 entstand die Grünanlage am Ollenkamp. Schon seit 1973 hatte der Vorstand des Ortsvereins mit der Gemeinde über die heimliche Müllkippe verhandelt. Im Mai war es endlich soweit. Die Gemeinde erledigte die Grundsanierung und lieferte auch das Material.

An drei Sonnabenden halfen viele mit, damit in diesem Gebiet eine schöne Grünanlage allen Anwohnern viel Freude machte.

Eine ähnliche Aktion startete der Ortsverein im April 1977 bei allen Einwohnern des neu entstanden Baugebietes Nr. 14. Zwischen Allerstraße und Hesterstraße entstand im Sommer ein vorbildlicher Kinderspielplatz der am 6. Aug. mit einem Kinderfest und anschließendem Grillen eingeweiht wurde.

Ein wichtiges Datum war auch der 7.4.1977, da der Verein an diesem Tag in das Vereinsregister eingetragen wurde.

Schon 1978 war „Verkehrsberuhigung“ für den Ortsverein ein Thema. Der Antrag, die Allerstraße als Spielstraße einzurichten, wurde vom Landkreis mit Schreiben vom 2. März 1978 abgelehnt. Vergleicht man jedoch diesen Antrag mit der Situation 1991 muß man feststellen, daß sich hier auch die Meinung der Behörden ändern kann (in diesem Jahr wurden in der Allerstraße verkehrsberuhigende Maßnahmen durchgeführt).

Während im Laufe der folgenden Jahre die Probleme in unserem Bereich immer weniger wurden, waren Veranstaltungen in dieser Zeit die Hauptaufgabe des Ortsvereins.

Im Februar 1980 wurden zum ersten Mal ein Kinderkarneval veranstaltet. Viele Kinder hatten in diesem und auch in den folgenden Jahren ihren Spaß bei Musik bzw. Disco, Vortragen von Gedichten und Singen von Liedern und Schlagern. Großes Gedränge entstand beim Verteilen der sog. Überraschungen und zum Schluß wenn die Luftballons auf die Kinder herunterregneten.

Im Frühjahr 1980 trug Ewald Christoffers aus eigenen Werken vor.

Im Mai veranstaltete der Ortsverein im Hesterkrug eine Tanz- und Unterhaltungsveranstaltung mit den Original Steiner Oberkrainer.

Im Okt. besuchte uns „Käpt‘n Möhlenbeck“, Gerd Lüpke, um eigene Geschichten und Erlebnisse interessant und gestenreich vorzutragen.

Seit 1981 veranstaltet der Ortsverein jedes Jahr am 3. oder 4. Advent einen besinnlichen Nachmittag zur Einstimmung auf Weihnachten. Während beim ersten Mal das Oldenburger Mandolinenorchester für den musikalischen Teil verpflichtet wurde, war es in den folgenden Jahren möglich, diese Veranstaltung mit Wahnbeker Musikgruppen und den Kindern der Grundschule zu gestalten. Bei Kaffee und Kuchen erlebten die Besucher einen stimmungsvollen weihnachtlichen Nachmittag.

Ende 1981 hatte der Ortsverein 124 Mitglieder.

1982 beantragte der Ortsverein die Einrichtung einer Rezeptsammelstelle in Wahnbek. Trotz mehrerer Schreiben, auch von der interessierten Apotheke an die Apothekenkammer Niedersachsen, wurde unser Antrag damals abgelehnt.

1983 feierte der Ortsteil lpwegermoor sein 125jähriges Bestehen. Um auch lpwegermoor mehr in die Arbeit des Ortsvereins einzubeziehen erfolgte im Dezember eine große Werbeaktion. Durch ein persönlich adressiertes Schreiben wurden alle in diesem Bereich zum Eintritt in den Ortsverein gebeten. Diese Aktion war sehr erfolgreich. Schon bis Ende Februar 1984 hatten wir ca. 25 Neueintritte zu verzeichnen. Dieses führte dazu, daß auf der Hauptversammlung am 23. Februar 1984 die Satzungsänderungen beschlossen wurden, die den Vereinsnamen und auch die Zahl der Beiratsmitglieder änderten. Der Verein führte ab 1984 den Namen „Ortsverein Wahnbek-lpwege­lpwegermoor e.V.“.

Im Februar 1984 organisierte der Ortsverein für seine Mitglieder die Besichtigung der NWZ. Im Febr. 1985 erhielten wir einen Einblick in den Arbeitsablauf der Hauptpost in Oldenburg.

Im November 1985 rief der Ortsverein zur Gründung einer eigenen Theatergruppe auf, die Anfang 1986 unter der Leitung von Frau Kaschel ihre ersten Zusammenkünfte hatte. Im Sommer wurde die Probenarbeit wegen der Urlaubszeit unterbrochen. In den Herbst- und Wintermonaten übte die Gruppe ohne Kulissen im Gemeindehaus. Die letzten Wochen vor der Premiere wurde in den aufgestellten Kulissen in der Schule in Wahnbek geprobt. Premiere von „Mine Tante, Tine Tante“ war am Freitag, 13. März 1987 um 20.00 Uhr im übervoll besetzten Saal des Hesterkrug. Auch die Vorstellungen am Sonnabend und zwei weitere Vorstellungen eine Woche später waren ausverkauft. Außerdem wurde die Gruppe noch zu einem Gastspiel in Cloppenburg verpflichtet. Obwohl die Theatergruppe mit dem ersten Stück große Erfolge feiern konnte, war es nicht möglich, die Mitglieder für ein neues Stück in der folgenden Saison zusammenzuhalten.

Ende 1987 hatte der Ortsverein 164 Mitglieder.

Schon Ende 1987 startete der Ortsverein einen Aufruf um das Interesse an einem Seifenkistenrennen festzustellen. Dieser Aufruf wurde im Frühjahr 1988 wiederholt. Das Interesse war erstaunlich groß. Schon beim ersten Rennen am 5. Juni 1988 starteten ca. 20 Teilnehmer mit den selbstgebauten Fahrzeugen. In zwei Vorläufen und zwei Endläufen wurden die jeweiligen Sieger in der Juniorenklasse (bis 8 Jahre) und in der Seniorenklasse (ab 9 Jahre) ermittelt. In den ersten beiden Jahren wurde die Startrampe aus Bauholz nur stationär gebaut. 1990 bauten Mitglieder des Vorstandes und Beirats eine eigene transportable, wiederaufbaubare Rampe, die hoffentlich noch einige Jahre überstehen wird. Um die vielen Zuschauer auch während des Rennens mit mehr Informationen und Musik versorgen zu können wurde 1991 eine Lautsprecheranlage installiert.

Im Jahre 1989 startete der Kassenwart eine besondere Mitgliederwerbung mit persönlichen Anschreiben, die sehr erfolgreich war. Durch diese Werbeaktion und weitere Neueintritte erhöhte sich der Mitgliederbestand bis Ende 1990 auf 247.

25 Jahre Arbeit des Ortsverein waren sicherlich dem Wandel unterworfen. Wenn auch die Richtung mehr zu Veranstaltungen wechselte, so bestimmten auch andere Themen weiterhin die Tätigkeit des Ortsvereins. Zunehmende Verkehrsdichte führten zu Parkplatzproblemen, die Radwegsituation an der Kreuzung Schulstraße/ehem. Bundesstraße, zu starker Bewuchs an vielen Fußwegen und in Kreuzungsbereichen waren Grund zu Rückfragen bei der Gemeinde. Auch wurden im Laufe der letzten Jahre in Zusammenarbeit mit Banken und der Gemeinde auf unsere Anregung hin viele Ruhebänke in den Ortsteilen Wahnbek, lpwege, lpwegermoor aufgestellt. Der jetzt von der Gemeinde verabschiedete Flächennutzungsplan für unser Gebiet führte schon zu mehreren Rücksprachen mit der Gemeindeverwaltung. Dieser Plan, in Wahnbek-lpwege Wohnbaugebiete mit einem Dorfmittelpunkt zu schaffen, wird sicherlich auch in Zukunft noch manche Aktivitäten des Ortsvereins erfordern.

Der jetzige Vorstand hofft, daß nach 25 Jahren auch in Zukunft der Gründungsgedanke „Die Wahrung aller gemeinsamen Interessen der Einwohner der Orte Wahnbek, lpwege, Ipwegermoor“ die Arbeit des Ortsvereins weiterhin bestimmen möge.

1991 - anläßlich des 25. Jubiläums