Die Gummibahn
Oldenburg - Brake

 

Nach langem politischen Gerangel über die Anbindung von Brake an die Residenzstadt Oldenburg, setzten sich 1889 schließlich die einflussreichen Interessengruppen, allen voran der Handels- und Gewerbeverein Oldenburg durch.
Etwa 1890 war die 30 km lange Strecke bereits vermessen, die Baukosten wurden auf 1.700.000,- Mark veranschlagt. Am 12. April 1894 erfolgte in Oldenburg der erste Spatenstich. Der miserable Baugrund der Moorstrecke verschlang Unsummen und die Landesregierung musste weitere 600.000,- Mark nachbewilligen. Am 1. Mai 1896 wurde die Strecke feierlich eröffnet.
Im ersten Jahr wurden im Bahnhof Ipwege 3073 Fahrkarten verkauft, 1910 waren es 7621 Fahrkarten. Auch jährlich etwa 600 Tonnen Getreide wurde in Ipwege per Eisenbahn angeliefert.
Die Strecke erreichte trotz allem keine große wirtschaftliche Bedeutung. Bereits in den fünfziger Jahren wurde der Personenverkehr eingeschränkt und schließlich am 30. September 1961 vollständig eingestellt, der Güterverkehr folgte 1962.
Wegen Brücken- und Gleisarbeiten zwischen Hude und Brake wurde die Strecke 1972 und 1976 als Umleitungsstrecke nochmals kurzzeitig in Betrieb genommen. Bis zu 60 Züge schaukelten teilweise nur mit Schrittgeschwindigkeit zwischen Oldenburg und Brake hin und her. Besonders zwischen Ohmstede und Etzhorn, im Bereich der Elsflether Straße, war für den Lokomotivführer äußerste Konzentration und Fingerspitzengefühl angesagt, um die bis zu 3000 Tonnen schweren Züge sicher ans Ziel zu bringen.
Den Todesstoß bekam die Strecke 1978 mit dem Bau der Autobahn A 29. Heute ist die Strecke weitestgehend zurückgebaut. In Wahnbek erinnert noch eine Brücke über die Straße "An der Bäke" an die Eisenbahnromantik vergangener Tage.


Klaus Hillen, Wahnbek
Tel:04402 - 4577